„Wälder zukunftssicher machen“

20. Februar 2020
Ort: „Haus des Waldes“
Landeszentrum Wald
Schloß 2a
39343 Hundisburg


Programm:

08.30 - 09.00 Uhr: Eintreffen und Registrierung

09.00 - 09.05 Uhr: Begrüßung
Jörg von Beyme, Waldbesitzerverband Sachsen Anhalt e.V.

09.05 - 09.15 Uhr: Einführung in die Themenstellung
PD Dr. Klaus von Wilpert, IG Waldbodenschutz

09.15 - 10.00 Uhr: Welche Baumarten sind für den Aufbau klimastabiler Wälder auf welchen Böden geeignet
Dr. Joachim Rock, Thünen-Institut für Waldökosysteme, Eberswalde

10.00 - 10.45 Uhr: Bedeutung intakter Waldböden für den Wald- und Klimaschutz
Dr. Ralf Petercord, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, BMEL

10.45 - 11.15 Uhr: Kaffeepause

11.15 - 12.00 Uhr: Bedeutung der Bodenschutzkalkung für Waldböden im Klimawandel
PD Dr. Klaus von Wilpert

12.00 - 12.45 Uhr: Bodenschutz durch geordnete Feinerschließung – auch im Katastrophenfall
Prof Dr. Thorsten Gaertig, HAWK Göttingen

12.45 - 14.00 Uhr: Mittagspause

14.00 - 14.45 Uhr: Betriebliche Planung und Wissensmanagement als Praxismaßnahmen nicht nur zur Katastrophenbewältigung
Dr. Ina Ehrhardt, IFF Magdeburg

14.45 - 15.30 Uhr: Wie und was wird zur Bewältigung der Dürreschäden und zum Aufbau klimastabiler Wälder gefördert?
Dr. Eckhard Heuer, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, BMEL

15.30 - 15.45 Uhr: Zusammenfassung und Verabschiedung


Hintergrund und Informationen:

Ausgangssituation: Die Wälder und Waldbesitzer wurden deutschlandweit in den vergangenen zwei Jahren besonders stark von mehreren Kalamitäten von „historischem“ Ausmaß getroffen. Den Anfang machte „Friederike“ gefolgt von großer Trockenheit, Borkenkäferbefall, Eichenprozessionsspinner und anderen Kalamitäten. Die Wälder befinden sich im Dauerstress. Viele Waldbesitzer fürchten um ihre Existenz und/oder fragen sich, wie sie ihre Wälder zukunftssicher machen können. Ein gemeinsam veranstalteter „Tag des Waldbodens“ soll hier Antworten liefern.

Hintergrund: Die Kalamitäten sind zu einem großen Teil Folgen des Klimawandels. Extremwetterlagen wie lange, heiße Trockenperioden werden sich in Zukunft häufiger einstellen, ebenso wie „Jahrhundertstürme“ oder vermehrter Schädlingsbefall. Die Wälder zeigen sich hierfür nicht genügend resistent, weil die Waldökosysteme bereits vorbelastet und instabil sind. Ein Grund: Die Schädigungen während des Jahrhunderts der Industrialisierung, vor allem der Säureeintrag in die Böden. Dieser wurde zwar vielfach mit Kompensationskalkungen versucht zu neutralisieren, aber jedes Bundesland verfolgte dieses Vorhaben sehr unterschiedlich. Deutschlandweit weist ein hoher Anteil der Waldböden einen ph-Wert von unter 4 auf. Damit kommt es in den Wäldern zu „Dominoeffekten“: Bäume wurzeln nicht in die Tiefe, weil dort das Milieu für sie toxisch ist. Bei Trockenheit können sie nicht auf, in tieferen Bodenschichten, gespeicherte Bodenwasservorräte zurückgreifen. Ebenso sind Nadelbäume nicht in der Lage Schädlingsbefall mittels verstärkter Harzproduktion abzuwehren. Durch diese Hintergrundbelastung werden Schadfaktoren wie Stürme, Trockenjahre und nachfolgende Käferkalamitäten massiv verstärkt. In diesen Fällen wird eine Wiederbewaldung mit klimastabilen Beständen kaum erfolgreich sein, wenn man sich nicht vorher z.B. durch Bodenschutzkalkungen, einem naturnahen Bodenzustand wieder angenähert hat.

Natürlich geht es auch darum, ob die jeweils vorhandenen Baumarten noch die richtige Wahl für die Zukunft sind oder wie ein Waldumbau funktionieren kann bzw. muss.

Zielsetzung: Mit in der Praxis umsetzbaren Konzepten soll bei dieser Informationsveranstaltung Waldbesitzern Hilfe für ihre drängenden Fragen angeboten werden:

  • Wie kann ich meinen Wald schützen?
  • Welche Baumarten eignen sich für Anpflanzungen?
  • Welche Rolle spielen die Böden hierbei?
  • Was bedeutet überhaupt Waldbodenschutz? usw.

Die Veranstaltung verfolgt das Ziel für Waldbesitzer, FBGen und Förster auf diese Fragen konkrete Antworten zu liefern und auch Rat für die Zukunft zu geben.



Veranstaltungsort:
„Haus des Waldes“, Landeszentrum Wald, Schloß 2a, 39343 Hundisburg

Veranstalter:
IG Waldbodenschutz, Oselstraße 25, 81245 München, info@waldbodenschutz.de
Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt e.V., Münchenhofstr. 33; 39124 Magdeburg, info@wbvsachsen-anhalt.de, www.wbvsachsen-anhalt.de

Download Einladung als PDF (150 kB)

Das Langzeitgedächtnis unserer Böden

Extremwetterlagen und Schädlinge stressen unsere Wälder, die ohnehin wegen saurer Böden geschwächt sind. Helfen kann die Bodenschutzkalkung – eine Maßnahme, die in vielen Fällen staatlich gefördert wird.

Ein Unglück kommt selten allein: Das Jahr 2018 brachte mit Sturmtief Friederike, der großen Trockenheit sowie dem Borkenkäferbefall gleich drei Kalamitäten von historischem Ausmaß. Mit der Aufarbeitung der Schäden sind die Waldbesitzer deutschlandweit noch lange beschäftigt. Auch 2019 warteten sie zu Beginn des Jahres vielfach vergeblich auf Niederschläge, zudem ist der Eichenprozessionsspinner als weiterer Schädling hinzugekommen. Für die deutschen Wälder bedeutet das Dauerstress.

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Am 10.10.2019 organisierte die IG Waldbodenschutz gemeinsam mit Herrn v. Beyme (Privatwaldbetrieb Harz Forst) im Rahmen einer ganztägigen Exkursion der HAWK zum Thema Instrumente der Forstpolitik. Schwerpunkte Forstpolitik/ Raumordnung und Umweltplanung ein Halbtagesprogramm zum Themenkomplex „Waldbauliche, betriebswirtschaftliche und forstpolitische Dimension der aktuellen Waldkalamität: Zustand – praktische Handlungsmöglichkeiten und Grenzen“. An der Exkursion nahmen 65 Studierende teil, deren engagierte Diskussion zeigte, dass das Thema der Exkursion auf breites Interesse stieß.

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Schon mehr tote Bäume als bei Kyrill

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Schmallenberg. Die Krise des deutschen Waldes spitzt sich zu. Die Folgen von Stürmen, Dürre und Borkenkäferbefall verursachen immer größere Schäden. Das Landesumweltministerium musste die Zahlen für NRW jetzt erneut nach oben korrigieren. Demnach gehen die Fachleute mittlerweile von 16 Millionen Kubikmetern Schadholz allein bei der Fichte aus. Das entspricht etwa 20 Millionen Bäumen. Auch die eigentlich als widerstandsfähiger geltende Buche gerät zunehmend in Not. Hier beläuft sich der Schaden auf 500.000 Kubikmeter. Damit ist die Menge des registrierten Schadholzes in den vergangenen vier Wochen insgesamt um über 40 Prozent gestiegen.

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Stück für Stück stirbt ein Gesamtkunstwerk

Es gibt keine einfachen Lösungen, um den Wald zu retten. Böden in Südwestfalen massiv versauert.

Schmallenberg. Wenn Frank Rosenkranz, Leiter des Regionalforstamtes Oberes Sauerland, in diesen Tagen über den Wald redet, dann spricht er gerne von einem „geschädigten Gesamtkunstwerk". Denn die Bäume sind Alleskönner: Sie filtern die Luft, binden Kohlenstoff, bieten Lebensraum für andere Pflanzen und Tiere, schützen die Böden, fördern die Trinkwasserqualität, in Massen erfreuen sie die Menschen, liefern Arbeitsplätze und Produkte. „Es geht bei den aktuellen Schäden nicht nur um Euro und Festmeter". sagt Rosenkranz. „Alle Waldfunktionen leiden.“

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Informationsveranstaltung zum Schutz der Thüringer Wälder

Praktizierter Waldschutz zum Anschauen, so lässt sich die gemeinsame Veranstaltung der IG Waldbodenschutz und der Münchner & Magdeburger Versicherung am Rande eines Waldgebietes bei Schleiz in Thüringen am 4. Oktober 2018 bezeichnen. Denn an diesem Datum wurde auf Waldflächen von Jörg von Beyme eine Kompensationskalkung, umweltschonend per Hubschrauber, ausgeführt. Zahlreiche Waldbesitzer waren erschienen, um sich in einem eigens aufgebauten Informationszelt mit Experten auszutauschen.

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Geländeversuch im Harz Forst

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Waldkalkung kann Hitzestress vermindern helfen - warum?

Der Waldzustand ist bundesweit besorgniserregend. Seit Mai 2018 weisen die Niederschlagsstatistiken annähernd bundesweit teils erhebliche Defizite aus.

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